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Rettungsanker für Straßenkinder in Sierra Leone

Weg von der Straße!

Im Straßenkinderzentrum Don Bosco Fambul erhalten die Straßenkinder Hilfe und Begleitung. Mit Liebe und Geduld gibt das engagierte Team den Kindern ihre Würde zurück und ermöglicht ihnen durch Bildung und Ausbildung eine Zukunftsperspektive. 84 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind derzeit im Projekt beschäftigt - die meisten von ihnen Sozialarbeiter. Ein Bus, das Don Bosco-Mobil, sucht die Kinder auf der Straße auf und versorgt sie medizinisch. Außerdem gibt es stationäre Rehabilitationsmaßnahmen für ehemalige Straßenkinder, eine Familienberatung, zwei Jugendzentren, ein Mädchenhaus, drei betreute Wohnformen, ein Job-Center sowie eine landesweite Jugendtelefonberatung. Zudem kümmert sich Don Bosco Fambul um „vergessene“ Jugendliche im Pademba-Gefängnis und bietet eine intensivpsychologische Rundum-Betreuung für schwersttraumatisierte Minderjährige an.

 

Hilfe für Mädchen in Krisensituationen - das Mädchenhaus

Schätzungen zufolge ist in Sierra Leone jede zweite Frau von sexueller Gewalt betroffen. Die meisten Mädchen werden in der Kindheit oder Jugend beschnitten - in der Regel unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Viele Mädchen werden noch vor ihrem 18. Lebensjahr zwangsverheiratet, andere werden in die Prostitution gezwungen oder Opfer von Menschenhandel. Immer wieder prangern die Fambul-Mitarbeiter:innen in Radiokampagnen und Workshops die weit verbreitete sexuelle Gewalt und sexuelle Ausbeutung von Kindern an und fordern strengere Gesetze ein. 

Das Mädchenhaus von Don Bosco Fambul ist rund um die Uhr für Mädchen mit Gewalterfahrung geöffnet. Die Sozialarbeiterinnen sind jederzeit bereit, Mädchen aufzunehmen. Sie erhalten sofort Schutz und Hilfe - in den meisten Fällen auch professionelle therapeutische Unterstützung. 

In einem Zentrum 40 Kilometer außerhalb können die Mädchen außerdem in Wohngemeinschaften leben. Dieses Zentrum befindet sich deshalb etwas außerhalb Freetowns, damit die Mädchen weit weg sind von ihren Peinigern. Die Mädchen erhalten dort eine psychologische Betreuung. „Es braucht Zeit, ihr Vertrauen zu gewinnen. Sie sind traumatisiert und haben Angst“, erzählt Pater Wojnarowski. „Doch sie merken bald: Hier werde ich gut behandelt. Und so gewinnen sie Vertrauen.“

Über das Ausbildungsprogramm HOPE+ sorgt Don Bosco Fambul außerdem dafür, dass die Mädchen eine neue berufliche Perspektive erhalten: Zu Beginn absolvieren sie einen zweimonatigen Vorbereitungskurs, bei dem ein individueller Unterstützungsplan für jedes Mädchen erarbeitet wird. Davon ausgehend wird entweder ein Ausbildungs- oder ein Schulplatz vermittelt. Nach Beendigung der Ausbildung werden die Mädchen bei ihren ersten Schritten in die Arbeitswelt intensiv begleitet. Sie erhalten Beratung oder finanzielle Unterstützung, wenn sie sich ein Geschäft einrichten.